René Holm wurde 1967 in Esbjerg, Dänemark, geboren, wo er auch heute lebt und arbeitet. 2006 beendete er sein Studium an der Kunstakademie in Århus. Er hat u.a. in London, Vilnius und in zahlreichen dänischen Galerien ausgestellt und an der Biennale in St. Petersburg in 2008 teilgenommen.

Ausserdem hatte er Ausstellungen im Jens Nielsen und Olivia Holm Møller Museum in Holstebro, Vejle Kunstmuseum, Fanø Kunstmuseum und dem Trapholt Museum in Kolding. Und in 2 Wochen wird René im Haugard Museum in Norwegen ausstellen und ausserdem hat er Ausstellungen bis Ende 2012 geplant in unter anderem China und Berlin.

René Holm hat immer etwas auf dem Herzen: Er will Geschichten erzählen, eine oder mehrere aus dem wirklichen Leben. Diese kreative Motivation treibt ihn an und verbindet seine unterschiedlichen Werkphasen. Seine Kunst ist durchwoben von seinem beeindruckenden sozialen Bewusstsein, und seine Werke beschäftigen sich mit Menschen, Schicksalen und Lebensbedingungen.

Seine künstlerischen Wurzeln liegen im Graffiti Anfang der 80er Jahre.. „Es war neu und spannend wie er sagt - Es kam zu uns durch die Medien und wir sind in diese Welt eingetaucht. Obwohl es der „Kick“ des illegalen Graffitis war, der den jungen René Holm ursprünglich motivierte, wurde er trotzdem so populär, dass er eingeladen wurde um in Hallen zu malen, an Wettbewerben teilzunehmen und schließlich an der Kulturschule in Esbjerg zu unterrichten. Es machte ja immerhin ein bisschen mehr Spaß ein wenig Geld für seine Arbeit zu bekommen. Hier fing er an ein mit Öl auf Leinwänden für Freunde und andere Interessierte zu malen.

Die dänische Kunstszene öffnete ihre Augen für René Holm in 2003, als er an zwei zensierten Ausstellungen beteiligt war, die Osterausstellung der Künstler in Århus und die prestigevolle Herbstausstellung in Den Frie Udstillingsbygning in Kopenhagen, und schaffte seinen eigentlichen Durchbruch vor fünf Jahren mit der Ausstellung Sixteen Destinies in der Galerie Wolfsen in Ålborg.

Wie René selbst sagt:

Der Hauptweg in meiner künstlerischen Praxis ist die Malerei, das Thema in meiner künstlerischen Suche ist ein Gemälde, dass mehr will als sich selbst, worin die Motivation besteht ein qualifiziertes Gemälde zu erschaffen, dass den Dialog zum Publikum sucht. Ich porträtiere menschliche Schicksale am Rande der Gesellschaft – Menschen, die sozial marginalisiert sind und sich auf der Kehrseite der globalen Konsumgesellschaft befinden.

In den Serien Sixteen Destinies, De Fremmede (Die Fremden), Consumer Slaves und White Trailer Trash habe ich Obdachlose in New York, Asylbewerber in den dänischen Asylantenheimen, chinesische Arbeiter und weiße Amerikaner in Trailer Parks porträtiert.

Ich habe mit ihnen gesprochen, kenne ihre Namen und habe einen kleinen Einblick in ihre Geschichten bekommen. Es ist mein Auftrag gewesen diese Geschichten zu vermitteln und das Publikum mit diesen zu konfrontieren, aber die Strategie ist doppelt gebunden, auf der einen Seite sind die Geschichten verallgemeinert und aus Zeit und Raum gehoben, während  sie auf der anderen Seite paradoxerweise ganz persönlich sind.

Ich biete den Menschen, die ich porträtiere, eine neue Chance und platziere sie in seltsame und traumartige Umgebungen, die eine neue parallele Welt sowohl zu unserer wie auch zu deren Wirklichkeit macht.

Die Werkreihe „LOSE“ ist im Gegensatz zu den erwähnten Projekten, bei denen René los gezogen ist und diese Menschen besucht hat und sie mit seiner Kamera dokumentiert hat, ein nach innen gerichtetes Projekt, bei dem er sich selbst genutzt hat um die vielen Situationen nach zu empfinden und zu spüren, bei denen man verlieren kann „LOSE“. Trotz der scheinbaren Hoffnungslosigkeit und Einsamkeit, die die Bilder auf den ersten Eindruck vermitteln, brennt ein warmes Licht der Erneuerung und der Hoffnung.

Der Anfang zur Serie „LOSE“ entstand, als er sich selbst fragte: „was ist das Schlimmste, das passieren könnte“.Es ist zu einem sehr persönlichen Projekt geworden, bei dem er seine eigenen Gefühle genutzt hat und es am eigenen Leib gespürt hat, eine Art Vorbereitung auf das, was irgendwann uns alle trifft.

Viele seiner Bilder haben einen dokumentarischen – photographischen Charakter.
Er nutzt auch fleißig seine Kamera um die ganz besondere Stimmung einzufangen, die das Festhalten dieses Augenblicks geben kann.
Er steht Angesicht zu Angesicht mit den Menschen, die er, öfters frontal, mit seinen losen, malerischen Strichen abbildet.
Gesichter ohne Züge, oft wie unpräzise Farbkleckser gemalt, die unsere Aufmerksamkeit auf die erstarrten, unterdrückten Körper leitet.

Die Bilder fungieren auch als Augenöffner dafür, wie die Welt auch zusammen geschraubt ist: „Meine Bilder sind bloß Präsentationen von menschlichen Schicksalen. Ich postuliere nie etwas, aber möchte gern einen Dialog in Gang setzen“ sagt René Holm selbst und pointiert, dass es letztendlich immer das Publikum ist, welches bestimmt wie ein Bild interpretiert werden soll.

Für mich ist die Kunst etwas, was man sich widmet, sagt er. Man macht Kunst – nicht nur um etwas Dekoratives zu fabrizieren – es müssen in erster Linie Inhalt, Botschaft und Visionen in den Bildern sein. Es ist nun einmal nicht mein Konzept schöne und angenehme Bilder zu machen, die lediglich das Publikum zufrieden stellen.

René hat mit allen möglichen verschiedenen Medien und Materialien gearbeitet, zum Beispiel Ölkreide, beschriftete Etiketten, Kuchenkrümel, Piktogramme und verbale Sprache. Er hat auch immer viel gezeichnet,  und die Menschen in seinen Bildern kamen, nachdem er Bekanntschaft mit den japanischen Manga-Comics machte.

Heute hat René Holm seinen Stil gefunden, ist aber nie in einem bestimmten Ausdruck festgefahren. Er mischt leichte und expressive Pinselstriche, dunkle und helle Farben und auch die Spraydose bekommt ein neues Leben in den Gemälden. „Jeder Künstler baut mit der Zeit seinen eigenen Werkzeugkasten zusammen“, sagt René, „ und in meinem Werkzeugkasten war die Spraydose schon immer ein wichtiges Werkzeug.“

 

 

 

 

 

 

 

 

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